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Rüdiger Weimann
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Freiberufler macht Kehrtwende
Sächsische Zeitung, 13.07.2007
Anwälte und Ärzte starten die Suche nach guten Schulabgängern - in den letzten Jahren haben sie kaum ausgebildet.
Sachsens Freiberufler wie Rechtsanwälte und Ärzte wollen die Ausbildung in ihren Kanzleien und Praxen wieder hochfahren.
Auf der Mitgliederversammlung des Landesverbandes der Freien Berufe in Dresden rief Präsident Hans-Joachim Kraatz die Dienstleister auf,
gute Schulabsolventen „nicht an die großen Banken und Versicherungen zu verlieren".
In den vergangenen Jahren haben Sachsens Freiberufler stetig weniger Lehrverträge abgeschlossen. Voriges Jahr kamen drei
Prozent der neuen Lehrverträge im Freistaat von Freiberuflern, sieben Prozent im deutschen Durchschnitt.
In diesem Jahr dagegen melden vor allem Ärzte, Anwälte und Steuerberater einen Zuwachs, zusammen über: 100 Lehrstellen in Sachsen.
Die Summe von bisher 322 Ausbildungsplätzen ist allerdings noch gering. Kraatz wies jedoch darauf hin, dass Freiberufler auch
Sekretärinnen ausbildeten, die in der Statistik der Handelskammer stehen.
Leicht fällt den selbstständigen Dienstleistern das Ausbilden nicht: Nach Angaben von Helmut Ülbrich, Landfesvorsitzender
des Verbandes Beratender Ingenieure, werden in seiner Branche „kaum noch Zeichner und Schreibkräfte eingestellt".
Die Ingenieure erledigten deren Arbeit zunehmend selbst. Angelika Perret, Landespräsidentin der Wirtschaftsprüferkammer, hat den Eindrück,
dass die Bewerber schlechter vorbereitet als früher zum Vorstellungsgespräch kommen. Im Internet stellen die Freiberufler
ihre Ausbildungsberufe vor.
Kraatz nutzte die Versammlung zu einem Protest gegen die geplante Reform des Telekommunikationsgesetzes:
Der künftig erlaubte „Lauschangriff des Staates" gefährde das Vertrauensverhältnis zwischen Beratern und Klienten.




